
Auch in diesem Jahr wurden einige Isotope neu entdeckt oder charakterisiert - und wie zu erwarten war, handelt es sich dabei um sehr kurzlebige Atomkerne, die für die Forschung von Interesse sind.
Im Juni 2026 berichtete eine japanische Arbeitsgruppe über die erstmalige Nutzung eines Blei-208-Primärstrahls zur Suche nach bisher unbekannten Nukliden an der RI Beam Factory (RIBF). Ziel des Experiments war es, die Grenzen der Nuklidkarte sowohl auf der protonenreichen als auch auf der neutronenreichen Seite für Elemente oberhalb von Z = 50 zu erweitern. Hierzu wurde ein auf 345 MeV pro Nukleon beschleunigter 208Pb-Strahl auf ein Beryllium-Target gerichtet, wobei die gesuchten Kerne durch Projektilfragmentierung entstanden. Die Reaktionsprodukte wurden anschließend mit dem BigRIPS-In-Flight-Separator sowie einem Detektorsystem aus Flugzeit-, Energieverlust- und Bahnsteifigkeitsmessungen ereignisweise getrennt und eindeutig identifiziert. Im Verlauf des Experiments gelang die erstmalige Beobachtung von 22 neuen Isotopen, wodurch die bekannte Nuklidkarte sowohl in protonenreicher als auch in neutronenreicher Richtung erweitert wurde: Cer-118, Praseodym-120, Holmium-179, Erbium-181, Erbium-182, Thulium-184, Thulium-185, Thulium-186, Ytterbium-188, Ytterbium-189, Lutetium-191, Hafnium-152, Hafnium-153, Hafnium-193, Hafnium-194, Tantal-154, Tantal-195, Tantal-196, Wolfram-198, Wolfram-199, Rhenium-200 und Rhenium-201.
Im März 2026 erschien ein Bericht über die Entdeckung von Berkelium-235 und dessen alpha-Zerfallsprodukt Americium-231. Die Entdeckung gelang durch die Bestrahlung einer Gold-197-Folie mit einem Strahl aus Argon-40-Ionen.
Ebenfalls im März veröffentlichte eine überwiegend japanische Arbeitsgruppe die Ergebnisse einer Suche nach bislang unbekannten neutronenreichen Isotopen im Bereich oberhalb des doppelt magischen Nuklids Nickel-78. Das Experiment wurde an der RI Beam Factory (RIBF) des RIKEN Nishina Center durchgeführt. Zur Erzeugung der gesuchten Kerne wurde ein auf 345 MeV pro Nukleon beschleunigter 238U-Strahl auf ein 4 mm dickes Beryllium-Target gerichtet, wobei die Reaktionsprodukte durch In-flight-Spaltung (In-flight Fission) des Uranstrahls entstanden. Die Fragmente wurden anschließend mit dem BigRIPS-In-Flight-Separator getrennt und anhand von Flugzeit, magnetischer Steifigkeit und Energieverlust eindeutig identifiziert. Im Rahmen dieses Experiments konnten erstmals acht neutronenreiche Isotope beobachtet werden; darüber hinaus bestimmten die Autoren erstmals deren Produktionsquerschnitte: Chrom-72, Mangan-74, Mangan-75, Eisen-77, Cobalt-79, Cobalt-80, Kupfer-85 und Gallium-90.
Im Februar 2026 veröffentlichte eine japanische Arbeitsgruppe ihre Ergebnisse zur Entdeckung von 14 zuvor unbekannten protonenreichen Isotopen der Seltenen Erden. Das Experiment wurde an der RI Beam Factory (RIBF) durchgeführt, wobei ein auf 345 MeV pro Nukleon beschleunigter Uran-238-Primärstrahl auf ein 1 mm dickes Beryllium-Target gerichtet wurde. Die neu erzeugten Fragmente entstanden durch Projektilfragmentierung und wurden mit dem BigRIPS-In-Flight-Separator nach magnetischer Steifigkeit, Flugzeit, Energieverlust und Gesamtkinetik eindeutig identifiziert. Alle 14 neuen Isotope wurden im Rahmen desselben Experiments simultan beobachtet; zusätzlich bestimmten die Autoren ihre Produktionsquerschnitte und verglichen diese mit theoretischen Vorhersagen: Europium-132, Europium-133, Gadolinium-133, Gadolinium-134, Gadolinium-136, Terbium-136, Terbium-137, Terbium-138, Dysprosium-138, Holmium-143, Erbium-142, Thulium-144, Ytterbium-147 und Ytterbium-148.
Im Januar 2026 wurde von der RIKEN RI Beam Factory über sieben neue, extrem neutronenreiche Isotope berichtet, die mittels In-Flight-Projektilfragmentierung eines 238Uran-Strahls an einem Beryllium-Target entstanden. Die Entdeckung umfasst die Nuklide Caesium-152, Barium-155, Lanthan-158, Cer-159, Cer-160, Gadolinium-173 und Terbium-175, die gleichzeitig erzeugt und mithilfe des BigRIPS-Separators nachgewiesen wurden.
Der letzte Bericht aus 2025 beschreibt die Beobachtung des superschweren Nuklids Rutherfordium-252 und dessen Kernisomer Rf-252m. Ebenfalls in den Anlagen der GSI wurde das neutronenarme Isotop Aluminium-20 entdeckt.
Zu den 2025 neu entdeckten superschweren Isotopen zählen Livermorium-288, Livermorium-289 und Copernicium-280 (Oganessian et al.) sowie Seaborgium-257 (Mosat et al.).
Aus Japan wird die Identifizierung von 13 neuen neutronenarmen Isotopen gemeldet: Lanthan-118, Lanthan-119, Cer-119, Cer-120, Praseodym-122, Praseodym-123, Neodym-123, Neodym-124, Neodym-126, Promethium-125, Promethium-126, Promethium-127 sowie Samarium-128. Die Isotope wurden durch In-Flight-Fragmentation eines Uran-238-Strahls mit 345 MeV pro Nukleon an einem 1 mm dicken Beryllium-Target erzeugt und mit dem BigRIPS-Separator durch kombinierte Bestimmung von Masse und Ordnungszahl eindeutig identifiziert.
Weitere neue Entdeckungen: Scandium-63, Titan-65, Titan-66 und Vanadium-68 (Tarasov et al.) sowie Astat-188 (Kokkonen et al.), Protactinium-210 (Zhang et al.) und Zinn-98 (Suzuki et al.).

Drei Wissenschaftler für ihre Arbeiten an den Metallorganischen Gerüstverbindungen mit dem Nobelpreis für Chemie 2025 geehrt.
Internetchemie präsentiert anläßlich der diesjährigen Vergabe des Cheminobelpreises einen Übersichtsartikel über die recht junge Verbindungsklasse der metallorganischen Gerüstverbindungen, die heute in einigen industriellen Bereichen eine bedeutende Rolle spielen und in denen großes Potential für weitere Anwendungen steckt.
[Bildquelle: Internetchemie]

Unser Formeleditor ermöglicht das Auffinden von Namen, Daten und Indentifikatoren einer chemischen Verbindung durch Eingabe der Strukturformel in einen Formeleditor. Die Suchfunktion führt auch bei exotischen Substanzen und nicht kommerziellen Chemikalien zum Erfolg.
[Bildquelle: Internetchemie]
Standard-Atomgewicht von Blei geändert
Die Atommasse des Elements Blei wurde bisher mit 207,2 ± 0,1 u angegeben. Jetzt empfiehlt die IUPAC-Kommission für Isotopenhäufigkeit und Atomgewichte (CIAAW) die Änderung des Standard-Atomgewichts (d. h. der relativen Atommasse) auf den Wert 207,2 ± 1,1 sowie die Intervallschreibweise [206,14; 207,94]. Die Zuordnung eines Intervalls für das neue Standard-Atomgewicht des Bleis spiegelt das häufige Auftreten von Schwankungen der Isotopenhäufigkeiten in normalen terrestrischen Pb-Materialien wider (Quelle: IUPAC).
Enthüllung von Oberflächenrätseln
Übersicht über die Fortschritte bei den modernen Oberflächenanalysetechniken.
Gefrier-Auftau-Methode zur Herstellung von Edelmetallaerogelen
Neues Verfahren zur Erzeugung von Edelmetallaerogelen für die Elektro- und Photoelektrokatalyse.
Räumliche Struktur der Corona-Polymerase
Die Entschlüsselung der Coronavirus SARS-CoV-2-Polymerase ebnet einen Weg zu neuen Wirkstoff-Kandidaten.

Ein passgenauer Inhibitor verhindert Influenza-Infektion mittels chemisch modifiziertem Kapsid.
Abbildung: Eine Phagenhülle dockt an und inhibiert ein Influenza-Virus. Auf der Virus-Oberfläche befinden sich drei-bindige (trivalente) Rezeptoren, die sogenannten Hämagglutinin Proteine, die an Zuckermoleküle (Sialinsäuren) auf der Oberfläche von Zellen des Lungengewebes binden.
[Bildquelle: Barth van Rossum, FMP]
Benzol in Kirschsaft
Aromaforschung für den Verbraucherschutz: Benzaldehydhaltige Aromen können unter Lichteinfluss Benzol entwickeln.
Aktualisiert am 02. Juli 2026.
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